Web Analyse Übernahmen – Was hat der Kunde davon?
Nachdem Adobe letztes Jahr Omniture übernommen hat und IBM kürzlich CoreMetric gekauft hat, schlägt Big Blue jetzt abermals zu. Diesmal wird mit Unica zwar kein reines Web Analyse Unternehmen übernommen, aber die Richtung ist klar: Marketing Optimierung wird wirklich zum Thema der Big Player im IT Business.
Aus Sicht der kaufenden und verkaufenden Unternehmen mag das ja auch alles Sinn ergeben. Die Message ist: Integration, ein Ansprechpartner, komplettes Produkt- und Serviceportfolio.
Mir als Inhouse Analyst stellt sich die Frage: “Was habe ich als Kunde davon und bringt das wirklich was?” Da der Blick in die Zukunft bekanntlich schwer fällt, mal ein Blick über den Tellerrand in eine verwandte Industrie: Business Intelligence – quasi der große Bruder der kleinen Web Analyse.
Letztes Jahr war ich in Frankfurt auf der jährlichen Palo Open, der Kundenveranstaltung des Palo Herstellers Jedox, einem Open Source OLAP Tool.
Die Keynote der Veranstaltung wurde von Nigel Pendse, Software-Analyst und Herausgeber der BI Survey, gehalten.
Hier ein Auszug, der besonders interessant ist und vielleicht die Zukunft übernommener Web Analyse Anbieter widerspiegeln könnte:
Gestützt auf Umfragen unter Anwendern von Business Intelligence zeigte Pendse auf, dass große Anbieter bei Produkten und Service im Bereich Business Intelligence und Corporate Performance Management weit unterdurchschnittlich abschneiden. Business Intelligence sei einfach nicht das Kernangebot großer Softwareanbieter, erläuterte Pendse. Die andauernde Akquisitionspolitik der großen Anbieter spiegelt die Schwäche ihres Produktangebots wieder. Momentan, so Pendse, sei von den großen Anbietern im BI-Bereich nichts Positives zu erwarten, sie seien mit der Integration Ihrer vielfachen Neuerwerbungen beschäftigt. Pendse riet den Business-Intelligence Anwendern in den Unternehmen, sich für die besten Angebote im Markt zu entscheiden, die in der Regel von kleineren Anbietern stammen.
Ich denke, dass man diese Erkenntnisse aus dem sehr ähnlichen BI-Markt auch auf den Web Analyse Bereich übertragen könnte.
Was meinen Sie?
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Ich bin teilweise der gleichen Meinung wie der Herr Pendse, da es einfach die Taatsache ist, das ein Unternehmen eine Kernstrategie haben sollte. Die Diversifizierung bringt wie so oft Nachteile mit sich mit, ist aber notwendig um evntl. neue Geschäftsbereiche aufzudecken, welche in kurzer Zeit sehr lukrativ sein könnten.Hier als Beispiel kann die Google’s Strategie für den mobilen Markt genommen werden, siehe Nexus One, dafür hat Google aber ein sehr erfolgreiches OS zur Verfügung gestellt.
Guter Artikel. Wichtig ist, dass Zusammenschlüsse für die jeweiligen Kunden einen Mehrwert bieten. Das sehe ich bei Microsoft eher als bei Adobe.
Aber die Frage ist auch, wie schnell der aktuelle Kunde einen Nutzen davon erzielen kann. Bei so großen (genannten) Unternehmen ist eine interne Beschäftigung und Sortierung doch sehr aufwändig und der Kunde steht manchmal nicht im Vordergrund.
Bei kleineren Kombinationen kann das durchaus Sinn machen.
Gruß.