So, besser spät als nie. Nach der eMetrics war der Arbeitsberg, dann Osterurlaub und zwischendurch hatte ich meine Mitschriften nicht zur Hand. Deswegen kommt mein Rückblick jetzt sehr spät.

Ich bin auch am Vorabend schon angereist und wie Moritz in seinem eMetrics und SMX Recap auch schon festgehalten hat, war dieses Treffen wirklich gut und sollte nächstes Jahr wiederholt werden.

Ich möchte, auch weil es jetzt schon etwas länger her ist, nicht mehr so sehr auf die Konferenz und jedes einzelne Panel eingehen, sondern mich eher einem speziellen Panel und Thema zuwenden: Der Keynote des Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar.

Keynote vom Bundesdatenschutzbeauftragten und Datenschutz

Die wichtigen Punkte, die der Datenschutzbeauftrage beim Einsatz von Web Analyse Systemen erfüllt sehen möchte:

  • Der Nutzer muss von der Datenerhebung wissen und ihr zustimmen.
  • Es muss eine Möglichkeit bestehen, gegen die Datenerhebung Widerspruch einzulegen.
  • Keine Zusammenführung von Daten aus unterschiedlichen Quellen mit dem Ziel der Profilbildung
  • Löschung der erhobenen Daten auf Wunsch

Die Punkte sind nach Peter Schaar aus dem Telemediengesetz abgeleitet.

Anonyme Daten stellen laut Peter Schaar kein Problem dar. Auch die “IPs sind mir wurscht”. Aus seiner Sicht stellt die IP Adresse heute auch noch kein direktes persönliches Datum dar. Ein persönliches Datum entsteht aus seiner Sicht erst durch die Verknüpfung mit anderen Daten wie Logins.  Diese Einschätzung ändert sich aber mit Vorschau auf IPv6, da dort eine dynamische Vergabe nicht mehr notwendig ist und jedes Gerät mit einer statischen IP-Adresse ausgestattet werden kann.

Ich habe mich nach dem Panel noch zu der Runde gestellt, die mit Herr Schaar weiterdiskutiert hat. Vor allem die Frage, ob da noch eine genauere gesetzliche Regelung kommt, hat mich interessiert. Herr Schaar sieht hier keinen Handlungsbedarf. Obwohl er angekündigt hat, dass Angebote mit datenschutzrechtlich sensiblen Inhalten, wie Krankenkassen, die Google Analytics einsetzen in Zukunft verstärkt abgemahnt werden.

Ich hab aus dieser Keynote und der anschließenden Diskussion folgendes mitgenommen:

  • Eine weitere gesetzliche Konkretisierung wird (vorerst) nicht folgen.
  • Web Analyse stellt kein Problem da, solange keine Profilbildung erfolgt.
  • IP-Adresse sollten am besten anonymisiert werden.

Hier gibt es auch nochmal ein Video zu dem Thema:

Datenschutzkonforme Tracking-Tools

Weitere Rückblicke zur eMetrics 2010:

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