Die Diskussion, ob man ein kostenloses oder ein kostenpflichtiges Web Analyse Tool einsetzen soll, ist wahrlich nichts Neues. Da ich aber häufiger mal dazu in der einen oder anderen Form gefragt wurde, möchte ich die Gelegenheit nutzen und die Gedanken zu dieser Frage hier verschriftlichen.

Web Analyse ist betriebswirtschaftlich sinnvoll.

Es gibt kein Gesetz oder Vorschrift, die sagt, dass man ein solches Tool einzusetzen hat. Vielmehr sollte man Web Analyse nutzen wollen, weil es betriebswirtschaftlich Sinn macht. Webseiten kosten schließlich Geld und müssen sich rentieren.

Bedarfsanalyse durchführen

Wer sich also dazu entschieden hat, Web Analyse zu machen, sollte sich – nachdem die Ziele der Webseite feststehen – überlegen, was und wie eigentlich gemessen werden muss und soll.

Hier ein paar Fragen, die man sich bei der Auswahl eines Web Analyse Tools stellen sollte:

  • Ist das Internet Kerngeschäft / trägt es einen signifikaten Teil zum Umsatz bei?
  • Müssen Besonderheiten bei der Messung berücksichtigt werden?
  • Habe ich Personal, das sich mit Web Analyse auskennt?
  • Sind Schulungen von bisherigen Mitarbeitern/ Neueinstellungen für Web Analyse geplant?
  • Unterliegt meine Webseite häufigen Anpassungen?

Kostenlos ist nicht kostenlos

Web Analyse steht und fällt mit den Menschen, die sich im Unternehmen mit dem Thema beschäftigen. Ein Web Analyse Tool muss richtig implementiert und gewartet werden. Die Erkenntnisse aus den Zahlen müssen gewonnen und kommuniziert werden und von den Entscheidern umgesetzt werden.

Die Arbeit nimmt einem kein Tool ab. Egal, welches Tool man also einsetzt, man muss entweder interne Mitarbeiter haben, die über das Know-How verfügen oder einen externen Dienstleister hinzuziehen.

Intelligente Budgetverteilung

Wer Web Analyse ernsthaft betreiben möchte, muss also auf jeden Fall Geld in die Hand nehmen. Die Frage, die sich letztendlich  stellt, ist wie man das Budget zwischen Software und Menschen verteilt. Hierzu gibt es radikale Ansätze wie die 10/90 Rule von Avinash Kaushik. Die Regel ist von Avinash eher als Denkanstoß gedacht. Im Kern besagt sie, dass man 10 % seines Budgets in das Tool und 90 % in die Menschen, die damit arbeiten, investieren sollte.

Ich denke, dass der Vorteil von kostenpflichtigen Lösungen darin liegt, dass man neben der Software oder der ASP-Lösung beim Hersteller einen Ansprechpartner hat, der Support und Hilfestellung anbietet. Idealerweise ist also die Nutzung eines kommerziellen Tools auch ein Stück Investition in Web Analyse Personal.

Kommerzielle Lösungen sind aus meiner Sicht besonders für Firmen sinnvoll, deren Kerngeschäft das Internet ist und die viel Umsatz online machen und dementsprechend spezielle Messanforderungen haben. Sie sollten  min. eine halbe Stelle für Web Analyse zur Verfügung stellen. Sinnvoll sind kommerzielle Lösungen insbesondere, wenn sich die Seiten in ihrer Struktur häufig ändern und angepasst werden müssen.

Hier kann der Anbieter kommerzieller Software punkten, indem er eben nicht nur Software verkauft, sondern darüber hinaus noch guten Support anbietet. Die Investitionen rechnen sich dann über schnellere Klärung von Fragen und Problemen sowie der Anpassung der Messung an neue Fragestellungen.

Firmen mit Webseiten, die sich nicht so häufig ändern, können ohne weiteres zu kostenfreien Lösungen greifen. Hilfe bei der Implementierung kauft man sich zu Beginn und bei Bedarf ein. Ein kleiner Wermutstropfen bei kostenlosen Tools ist, dass man für einige Fragestellungen, die kommerzielle Anbieter schon gut gelöst haben, oft Workarounds bauen muss, die im Alltag etwas holprig sein können.

Viele Unternehmen, die nach dieser Denkweise eigentlich ein kommerzielles Tool einsetzen sollten, arbeiten trotzdem mit kostenfreien wie Google Analytics. Auch kein Problem, wenn man Personal hat, das in der Handhabung geschult ist oder man einen Vertrag mit einem Beratungsunternehmen hat.

Denn letztlich kommt es darauf an, das man das verfügbare Budget intelligent verteilt und für seine Firma einen maximalen Nutzen aus Mensch und Technik ziehen kann.

Zum Abschluss gibt es noch eine Linkliste mit kostenlosen und kostenplichtigen Tools:

Kostenpflichtige Web Analyse Tool-Anbieter:

Kostenlose Web Analyse Tools:

Es gibt sicherlich noch jede Menge weitere Tools und Anbieter. Entscheidend ist aber, dass diese auf dem deutschen Markt eine gewisse Durchdringung haben, eine Niederlassung in Deutschland und somit deutschen Support. Bei kostenlosen Tools ist es bei einem Einsatz auf kommerziellen Webseiten wichtig, dass es in Deutschland Beratungsfirmen gibt, die Unterstützung anbieten.

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