Ich habe mich kürzlich auf einer Online-Marketing-Veranstaltung einer Agentur mit anderen Teilnehmer über Web Analyse unterhalten.

Besonders interessant fand ich ein Gespräch mit einer Online-Marketing-Verantwortlichen eines Online Shops. Dieser Shop hat bereits ein Web Analyse Tool im Einsatz, aber die Möglichkeiten und das Potential der bereits vorhandenen Daten wurde nicht annähernd ausgeschöpft.  Ich konnte während der Unterhaltung bei meiner Gesprächspartnerin richtig verfolgen, wie neue Ideen und Möglichkeiten Gestalt angenommen haben. Ich mag es, Menschen für etwas zu begeistern.

Quick Wins mit Web Controlling

Auf Basis dieser Begebenheit möchte ich über die niedrig hängenden Früchte in der Web Analyse schreiben, die man schon mit wenig Aufwand pflücken kann. Die folgenden Optimierungen sind entweder mit einer Basisimplementierung oder mit geringfügen Anpassungen des Web Analyse Tools möglich.

Tipp #1 – Analyse von abgebrochenen Warenkörben

Jedes halbwegs vernünftige Web Analyse Tool bietet die Möglichkeit, Bezahlprozesse und Checkouts mit einer Trichteranalyse zu messen. Wer einen Onlineshop betreibt sollte unbedingt einen solchen Funnel implementiert und ihn sorgfältig getestet haben. Dieses Wissen ist sehr wertvoll, weil es hilft, Probleme beim Bezahlen von Warenkörben aufzudecken.

Mein Quick-Win-Tipp beim Checkout ist die Kennzahl Summe Warenwert von nicht abgeschlossenen Warenkörben pro Tag. Besonders griffig klingt das nicht, aber diese Kennzahl hat es in sich: Hier sieht man deutlich, wieviel Geld an einem Tag NICHT verdient wurde. Die Kunden haben Waren in ihre Warenkörbe gelegt und sie letztendlich nicht gekauft. Jeder Onlineshopbetreiber sollte diese Kennzahl im Blick haben und untersuchen, wo und warum die Kunden nicht gekauft haben. Alleine für diese Massnahme kann sich die Anschaffung eines Web Analyse Tools oder eines Beraters lohnen.

Tipp #2 -Top Bounce Pages identifizieren

Ein “Bounce” eines Webseitenbesuchers ist wie ein Basketball der kurz auf den Boden trifft und dann weiterhüpft. Genau das kann auch mit Besuchern einer Website passieren: Sie kommen kurz auf die Seite und *hüpf* sind sie wieder weg. Die Bounce Rate ist in den meisten Tools eine Standardkennzahl (außer in Omniture Site Calatyst – da muss man sie selbst berechnen ;-) ) und gibt den Prozentsatz der Besucher an, die nur eine einzige Seite sehen und dann wieder weg sind. Bouncende Besucher KÖNNTEN auf der Webseite etwas machen und sind somit potenzielle Käufer, Registrierer, usw. Man könnte sie mit Menschen in einer Fußgängerzone vergleichen, die an einem Schaufenster hängen bleiben, aber dann nicht in den Laden gehen.

Der Quick-Win-Tipp zur Bounce Rate: Die Seiten mit den höchsten Bounce-Rates identifizieren. Bei der Sortierung kann man sich die Einstiege einer Page noch mit hinzuziehen und so die Pages mit vielen Einstiegen und hohen Bounce-Rates erkennen. Diese Top Landing Pages sollten auf jeden Fall genauer untersucht werden. Zunächst hilft da gesunder Menschenverstand. Später sollten unbedingt auch A/B Tests und multivariate Tests zum Einsatz kommen. Besonderes Quick-Win-Potential hat die Landingpage Optimierung von Kampagnen. Hier kostet der Traffic bares Geld und es sollte in jedem Fall überprüft werden, ob die gewonnenen Besucher auch auf der Seite bleibt.

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