Wer Web Analyse betreibt kommt um Vergleiche nicht umhin. Da werden Tage mit Vortagen, Wochen mit Vorwochen, Monate mit Vormonaten und Monate mit Vorjahresmonaten verglichen.

Bei kurzfristigen Vergleichen mag das sinnvoll sein. Im Zeitverlauf werden Entwicklungen sichtbar und regen zu Analysen an und damit zu weiterer Auseinandersetzung an.

Längerfristige zeitliche Vergleiche sehe ich etwas kritisch. Natürlich ist es eine interessante und wichtige Information, dass der Umsatz im Dezember 2008 xy% höher oder niedriger als in 2007 war. Ein reiner Zeitvergleich macht aber nicht deutlich, was in dem Zwischenzeitraum passiert ist. Deswegen sind Vergleiche über lange Zeiträume zwar reporting- nicht aber analyserelevant.

Für Optimierungszwecke und Handlungsempfehlungen ist wichtig herauszufinden, warum etwas passiert ist: “Warum ist der Umsatz letzte Woche bei gleichbleibenden Visits und Suchmaschinentreffern um 5% rückläufig?”

Zeitliche Vergleiche geben keine Handlungsempfehlungen

Zeitliche Vergleiche sagen einem lediglich, DASS es passiert ist. Solange die Veränderungen positiv sind, fragt interessanterweise in den meisten Fällen niemand wirklich genau nach. Erfolg wird als gegeben hingenommen. Dabei gelangt man unter Umständen durch eine genaue Analyse  zur Goldader, wenn man die Spur der Goldnuggets richtig zu deuten weiß. Es lohnt sich also durchaus, auch bei Erfolgen und guten Zahlen mal genauer hinzuschauen.

Viel schwerwiegender ist allerdings der negative Fall: Die Zahlen der aktuellen Periode sind schlechter als die des Vergleichszeitraums! Oh je! Jetzt geht das Suchen nach den Ursachen und Rumfragen los. Was ist in dieser Zeit genau passiert?

Hat die Marketingabteilung das AdWords Budget um die Hälfte gekürzt? War der Server vielleicht am Montagmorgen für eine Stunde down? Hat die Zahlungsabwicklung beim Checkout über den Partner am Mittwoch zwei Stunden nicht richtig funktioniert? Oder ist einfach der Promoteaser auf der Homepage durch etwas anderes ersetzt worden?

Wie an den Beispielen unschwer zu erkennen ist, dürfte die unternehmensweite Suche nach Problemursachen einer Webseite eher die Regel als die Ausnahme sein. Viele Abteilungen haben mittelbar oder unmittelbar mit der Webseite zu tun und ihr Handeln oder auch Nichthandeln hat oft direkte Auswirkungen auf die Kennzahlen aus Web Analyse Systemen.

Stakeholder einer Website

Hier eine Aufstellung der Abteilungen eines Unternehmens, die aus meiner Sicht Stakeholder einer Webseite sein können:

  • Verkauf/Vertrieb (Verkauf von Produkten und Dienstleistungen)
  • Content (Erstellung von Inhalten, Bannern & Grafiken)
  • IT (Betrieb und Wartung)
  • Marketing (Kampagnenmanagement)
  • Personal (Stellenausschreibungen, Bewerbungsprozesse)
  • Kundenbetreuung (Reklamation, Beschwerden, Service, Support)
  • PR (Pressemeldungen & Unternehmenskommunikation)
  • Partner (Zahlungsverkehr, Versand, etc.)

Alle diese Abteilungen können durch ihre Handlungen die Webseite beeinflussen oder sind von den Effekten auf der Webseite betroffen.

Kontext durch Kommentare

Der beste Weg mit den beschrieben Problemen umzugehen, sind Kommentare und Notizen, die die Daten ergänzen.

Kommentare bestehen aus:

  • Was wurde gemacht?
  • Wer hat wann etwas gemacht (Name, Datum)?

Wenn Probleme auftreten, ist aus der Dokumentation in den Kommentaren ersichtlich, wer was zu welchem Zeitpunkt getan hat.

Der Kommentarprozess

Die meisten Web Analyse Systeme haben schon die Möglichkeit den Traffic zu kommentieren. Nutzen Sie diese Möglichkeit!

Für Google Analytics gibt es bei Analytics Talk ein Firefox Plugin namens GA Notes, dass es ermöglicht Kommentare einzufügen. Ich nutze es in meinem GA-Account für diesen Blog und kann es empfehlen.

Wer seine Web Analyse Berichte in Excel erstellt, kann die Kommentare auch sehr gut in Excel verwalten. Hier bietet sich eine separate Kommentardatei an, die mit den Web Analyse Reports über SVerweise verknüpft wird.

Wie oft die Berichte zu kommentieren sind, hängt ganz vom Geschäftsfeld ab. Auch wer die Kommentare schreibt, muss geklärt werden. Outlook & Co. helfen hier auf jeden Fall bei der Organisation.

Wie sieht es mit der Nutzung der Kommentarfunktion bei Ihnen aus? Wer nutzt sie schon und wer noch nicht? Kommentare und Meinungen zu dem Thema sind höchst willkommen.

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